1. Ich fand den Eintrag als Liste letztes Mal sowohl gut zu schreiben als auch zu lesen, also mache ich es jetzt wieder so, weil ich dann auch eine Zahl in meine Überschrift einarbeiten kann, was bekanntlich für mehr Clicks echt unabdingbar ist. Haha. Nein.

salted oatmeal rose cookies with white chocolate and matcha ganache

2. Die letzten 3 (und vorherige, unveröffentlichte) Blogeinträge habe ich immer mehrmals begonnen zu schreiben, bevor überhaupt zugehörige Fotos und Rezept fertig waren. Das war irgendwie gut, weil ich so erstmal meinen „brain shit“ losgeworden bin, ohne euch, wertvolle Leser (wenn ich mich nicht täusche seid ihr schon zu viert!), damit belästigt zu haben, zumal in den meisten Fällen das, was ich meinte loswerden zu müssen, echt nichtssagendes 0815 Foodblogger-Gefasel oder das totale Gegenteil war – die Entblößung des momentanen Seelenzustandes. Auch wenn ich normalerweise gegen Letzteres nicht sehr viel einzuwenden habe, hatte es eben nicht sehr viel mit dem auf der Hand bzw. dem Blog liegenden Essen zu tun, und wenn ich meine Gedanken dazu auch loswerden wollte, hätte es alles doch den Rahmen eines Foodblogeintrages gesprengt. Also, persönliches kommt sicher noch in der Zukunft, wenn es nicht sowieso zwischen den Essenszeilen eingestreut Erwähnung findet. Und was ich eigentlich sagen wollte: es schreibt sich echt leichter, wenn die „Geschichte“ abgeschlossen ist.

3. Hier, oben, unten, und weiter unten sieht man meinen Cookie- und Fotostilfindungskampf der letzten zwei Wochen.

salted oatmeal rose cookies with white chocolate and matcha ganache

Es war ein bisschen brutal. Soweit man das wiederholte Herstellen von Cookies mit Rosenblüten irgendwie brutal nennen könnte, und nein, ich werde zu ihnen nicht Kekse sagen. Vielleicht meine ich den schieren Umstand der ständig vorhandenen Cookies, die zu jeder Tages- und Nachtzeit danach schrien, zu zehnt in den Mund gestopft zu werden. Sie meinten es bitterernst. Nur waren sie leider gar nicht bitter, sonst hätte man ja Widerstand leisten können.

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4. Vor einigen Wochen hatte ich den glorreichen Einfall, meine Kreationen im Wald zu fotografieren. Das ging davon aus, dass ich täglich im Wald bin, dort öfter mal von Schöneit überwältigt bin, und dann völlig unterwältigende Handybilder davon mache. Also kam die Idee, mal meine „richtige“ Kamera mit in den Wald zu nehmen, „richtige“ Bilder zu machen, und die in den Blog mit einzubinden, weil… Jahreszeiten?! Und so? Jedenfalls: Wald. Als ich dann eines Tages, beim morgendlichen Gedankensortierungsschreiben, wieder daran dachte, heute endlich die Kamera mitzunehmen, knüpfte mein manchmal sehr langsames Hirn eine neue Verbindung, und ich schwöre, ich hab ihm quasi dabei zusehen können, so zeitlupenmäßig entfaltete sich die Ver. Wald – Kamera – Essen? Essen im Wald? Törtchen im Wald?

FAIRY FOOD!!???

Ich habe zuvor noch niemals in mein Tagebuch den nachfolgenden Satz geschrieben, aber dieses Mal fiel mir plötzlich nichts anderes ein außer:

OMG OMG OMG OMG OMG OMG OMG.

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5. Viel später fiel mir auf, weshalb man so etwas auch im Internet nicht so häufig sieht, was eigentlich jedem gleich beim Gedanken daran klar wäre, außer mir, weil ich nur magic fairy Bilder im Kopf hab: Transport. Ja, ich hab noch keine Lösung. Werde vermutlich, wenn ich mal eine feste, regelmäßige Koboldbetreuung habe, einfach ein riesiges Tablett auf meinem Kopf balancierend durch den Wald tänzeln.

salted oatmeal rose cookies with white chocolate and matcha ganache 6. Zurück zu den Cookies. Zuerst, wie meistens, war das Ergebnis meines natürlich im Wald ersponnenes Geistesblitzes ein Matcha-Avocado Törtchen, welches hervorragend und viel zu spät zu St. Patricks’s Day gepasst hätte, und dazu noch als aller erstes Ding im Wald fotografiert würde, auf einem Blog namens Fairy Food, mit einem Kleeblatt im Logo???? GAH. Leider, oder eher gottseidank, wurde mir dann bewusst, dass es viel zu viele Experimentierfaktoren dazu gibt, und ich mit meinem jetzigen Wissens- und Könnensstand vermutlich ein paar Wochen oder Monate beschäftigt sein würde, bis es so würde, wie meine Intuition behauptet, dass es werden könnte. salted oatmeal rose cookies with white chocolate and matcha ganache

So kam ich zurück zum allerursprünglichsten Plan, für die ersten Waldbilder etwas sehr simples zu backen, was beim Transport und allgemein keine Probleme bereiten würde – Cookies! Und welche? Ich konsultierte die Liste, die ich vor kurzem erstellt hatte. Beim Erdenken der 10 Cookies, die ich backen könnte, waren bei der Kombination Hafer – weiße Schokolade – Lavendel schon alle geile-Idee-Warnleuchten in meinem Kopf angegangen.

Ja. Und Matcha, natürlich.

salted oatmeal rose cookies with white chocolate and matcha ganache Ich googelte „oatmeal cookies white chocolate smitten kitchen“, weil, ganz ehrlich, ich habe noch nie von einer anderen Quelle Cookierezepte umgesetzt, außer mit 7 Jahren in Kanada in den After-School-Kochkursen. Deb hat aber auch allgemein eigentlich für alles ein gutes Rezept, und wenn ich nicht gerade völlig smitten, haha, mit irgendeinem Kochbuch oder neuem Blog bin, schaue ich grundsätzlich zuerst bei ihr nach. Und in diesem Falle hatte sie – Überraschung – ein Rezept, das genau meiner Vorstellung entsprach. So eilte ich voller Tatendrang in den Bioladen, um Lavendel zu besorgen. 7. Wer hätte gedacht, dass die Ökos nicht Lavendel in allen Daseinsformen vorrätig haben würden? Ich nicht. Hrmph. Es gab aber ganze getrocknete Rosenblüten, die als Tee verkauft wurden. Die sahen sehr hübsch aus. The rest is history. salted oatmeal rose cookies with white chocolate and matcha ganache

8. Die ersten Cookies waren wundervoll, aber mir noch etwas zu süß. Der Rosengeschmack war sehr leise, im Hintergrund, und doch so präsent dass man ihn gerne bewusst aufgesucht hat. Der zweiten Ladung habe ich ungewollt voll absichtlich einen Nussbutter-Geschmack hinzuaddiert, was noch mehr die bereits reduzierte Süße gezähmt hat, und das gibt bei mir immer zehn Pluspunkte. Diese waren mir nur etwas flach, eventuell weil das Übermaß an weißer Schokolade fehlte (50 von ursprünglichen 170 g blieben drin), um sie zusammenzuhalten, was ich eigentlich für eine schlechte Erklärung halte. Wahrscheinlich habe ich einfach beim Backen weder aufgepasst noch eine Uhr gestellt, so sind sie zu sehr zerlaufen – und sie waren vor dem Backen nicht vollständig gefroren, was sowieso zu flacheren Cookies führt.

Geschmacklich war ich jetzt also vollkommen happy, was die Waage mir 3 Tage später dann auch bestätigte.

salted oatmeal rose cookies with white chocolate and matcha ganache 9. Bei der letzten Fuhre, mit der ich eigentlich die ersten zwei zusammenbringen wollte – gnargh: Ich musste wohl ein vorletztes Mal schmerzlich erfahren, dass altes Soda als Natronersatz definitiv nicht funktioniert, auch nicht wenn man hofft und an den Natrongott betet und auch nicht wenn nur ein Drittel der Natronmenge dadurch ersetzt wird. Mein Gott Esther, das ist Chemie. Die Cookies blieben ungelogen wahrhaftige Bälle. Dazu war die Nussbutter dieses Mal nicht nussig, sondern fachsprachlich ausgedrückt: „burnt“. 10. Weil sich gerade wieder dringendere Angelegenheiten meldeten, entschied ich mich, diesen Eintrag trotz am Ende unzufriedenstellendem Ergebnis zu veröffentlichen, weil es im Grunde am Anfang schon perfekt war. Ein zusammenfassendes Rezept, nur die mega-Komponenten enthaltend, gibt es weiter unten. salted oatmeal rose cookies with white chocolate and matcha ganache

11. Jajajajaja, das mit der Liste macht das Ganze doch ein bisschen langatmig, wenn ich zu jedem Punkt einen halben Essay schreibe. ABER ICH MUSS NOCH WAS ZUM FOTOGRAFIEREN SAGEN YO: Erstmal ist es lustig, allein um der Blicke willen, Cookies mit Feenkacke Sonntags im vielbespaziertem Wald zu fotografieren, und dazu direkt am Wegesrand. Mit einem schlafenden Baby im Kinderwagen. Zweitens ist es schwierig lustig, weil man ständig alles sorgfältig wieder ein-, aus- und aufbauen muss und dann jedes Mal, wenn man denkt, so, jetzt reicht’s aber endgültig! Kommt ein wunderhübscher Baumstumpf um die Ecke und es zerreißt einen förmlich weil Moos… und dann steht man wieder da und versucht Tupperdosen, die seltsam hartnäckige Deckel haben, aufzukriegen ohne das Baby zu wecken und schnellschnell alle Winkel ausprobieren! Und am Ende stellt man fest, die schöne Sonne meint es für Essensfotos einfach nicht gut.

Ich brauche bessere Tupperdosen.

salted oatmeal rose cookies with white chocolate and matcha ganache

Rosen-Hafer-Cookies mit weißer Schokolade, Matcha-Ganache und Fleur de Sel

Ich mache hier eher kleinere Versionen von allem, deswegen wieder ein Hinweis zur Stückzahl. Ich habe immer zwischen 50 und 60 Cookies rausbekommen. Laut Originalrezept werden es 24, mit einer Portionsgröße von 2 EL. Die müssen natürlich auch länger backen, 18-20 Minuten.

Rosen-Hafer Cookies

via Smitten Kitchen, adaptiert

  • 210 g Butter, gewürfelt
  • 12 getrocknete ganze Rosenblütenknospen (ausm Bioladen, beim Tee)
  • 140 g Mehl (405)
  • 3/4 tl Backpulver
  • 1/2 tl Natron
  • 1/4 tl Meersalz
  • 1/8 tl gemahlene Vanille
  • 210 g Zucker
  • 10 g Zuckerrübensirup (1 tl)
  • 1 Ei KL. L
  • 210 g kernige Haferflocken
  • 50 g weiße Schokolade, gehackt (KEINE KUVERTÜRE. Die ist nur süß und fett. Echte Schokolade muss es sein.)
  • Fleur de Sel, Maldonsalz o.ä. flockiges Etepetesalz, zum Dekorieren

Die äußeren, rosa Blüten der Rosenknospen abfriemeln und beiseite legen. Die übrigen, braunen Blüten und Blätter zerdrücken und mit der Butter in einen kleinen Topf geben. Butter schmelzen und aufkochen. Bei mittelkleiner Hitze 10 Minuten leise köcheln, dann Platte ausschalten und noch eine halbe Stunde ziehen lassen. Butter durch ein Sieb in eine große Plastikschüssel gießen und in den Kühlschrank zum Abkühlen stellen, ca. eine Stunde.

(In der Zwischenzeit die Ganache herstellen, s.u.)

Ein Backblech mit Backpapier belegen.
Mehl, Backpulver, Natron, Salz und Vanille in einer kleinen Schüssel mischen.
Butter mit Zucker und Sirup 3 Minuten aufschlagen. Rand der Schüssel abkratzen, Ei hinzufügen und untermischen. Nochmals den Rand abkratzen, dann Mehlmischung hinzufügen, bis gerade so vermengt, dann Schokolade und Hafer zugeben und vermischen.
Mit einem Teelöffel oder kleinem Eisportionierer Portionen aufs Blech setzen, etwa 50-60 Stück. Daraus mit den Händen Kugeln formen, etwas mit einem Finger flachdrücken, sodass etwa 1,5 cm hohe Scheiben entstehen. Mit einer Prise Fleur de Sel bestreuen. Mindestens 30 Minuten einfrieren, besser 2-3 Stunden. Dann gleich vom Froster in den auf 180°C vorgeheizten Ofen, 7-10 Minuten backen. AUf einem Gitter vollständig abkühlen lassen.


Matcha-Ganache

adaptiert von my name is yeh, wobei es bei Ganache echt schwer ist, einen echten Originalrezept-Urheber festzustellen, aber ich war bei ihrem positiv überrascht, dass sie meinen ersten und für immer Lieblings-Matcha verwendet.

  • 1,5 tl echtes (!) Matcha-Pulver
  • 150 g Sahne
  • 100 g weiße Schokolade (keine Kuvertüre, wie gehabt)

Matcha in eine Schale sieben, 3 tl der Sahne dazugeben und mit einem Schnee- oder Bambusbesen zu einer glatten Paste verrühren.
Sahne in einem kleinen Topf aufkochen, vom Herd nehmen. Weiße Schokolade dazugeben und eine Minute stehenlassen. Rühren, bis die Ganache vollkommen homogen ist. Jetzt die Matcha-Paste mit einem Teigschaber hinzugeben und einrühren. In eine mittelgroße Metallschüssel füllen, Frischhaltefolie direkt auf die Oberfläche legen und einfrieren.

Etwas eine halbe Stunde vor der Benutzung die Schüssel aus dem Gefrierfach in den Kühlschrank legen, damit die Ganache leicht antauen kann.

Mit einem Schneebesen kraftig rühren, bis die Ganache fest Spitzen bildet. In einen Einwegspritzbeutel mit Lochtülle füllen und die abgekühlten Cookies damit dekorieren. Mit zerriebenen Rosenblüten und Fleur de Sel besprenkeln.

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