Tomatensauce

4-6 Portionen. Von einigen als beste Tomatensauce ever bezeichnet; von einem Freund meines Kindes abgelehnt, weil er “Tomatensauce so nicht kennt.” Nach einem Rezept von Marcella Hazan, entdeckt bei Smitten Kitchen, stark abgewandelt für Menschen, die nicht ständig San Marzano Tomaten verbraten können oder wollen Dauert ca. 15 Min. Arbeit, insgesamt 1 Std. 45 Min., plus über Nacht.

Ergibt 4–6 PortionenZeit: ca. 15 Min. Arbeit, 1 Std. 45 Min. insgesamt, plus über Nacht

Zutaten

  • 1 große Gemüsezwiebel
  • 120-250 g Butter1
  • 8-12 kleine Rispentomaten2
  • Salz
  • Zimt
  • 5-8 Knoblauchzehen
  • 3 Dosen stückige Tomaten oder 2 Packungen passierte Tomaten3
  • Apfelessig oder Balsamico Bianco
  • Zucker4
  • 2 Dosen weiße Bohnen (optional; beste Beigabe wenn die Sauce etwas gehaltvoller sein soll)5

Zubereitung

Die Zwiebel schälen und der Länge nach vierteln. Mit der Butter in einen großen6 Topf geben. Die Tomaten je nach Größe halbieren oder vierteln, die Knoblauchzehen schälen und fein reiben oder pressen,7 jeweils auch in den Topf geben.

Jeweils eine gute Prise Salz und Zimt dazugeben und aufkochen.8

Auf mittlere Hitze herunterschalten und das Ganze etwas köcheln lassen. Die Tomaten werden sämtliches Wasser abgegeben haben, also wird es jetzt nach einer buttrigen Tomatenschalensuppe aussehen. Ist gut so. Weiter köcheln lassen, natürlich immer wieder rühren. Wenn die Mischung gut reduziert zu sein scheint,9 die Tomaten aus der Dose bzw. passierte Tomaten hinzufügen. Abschmecken, ggf. nochmal salzen. Ggf. nun auch einen Schuss Essig und etwas Zucker hinzufügen — Achtung, die Mengen hier hängen stark von den verwendeten Tomatenprodukte ab, die kann ich unmöglich vorschreiben. Unbedingt abschmecken.

In jedem Fall aber die Sauce noch 1-2 Stunden offen auf niedriger bis mittlerer Hitze leise köcheln lassen. Regelmäßig10 umrühren. Zwischendurch auch ggf. nochmal abschmecken.

Wenn die Sauce sichtlich reduziert ist, die Bohnen (oder anderes Gemüse) ggf. abgießen, abspülen und hinzufügen. Wer mer Knoblauchgeschmack mag, fügt jetzt auch nochmal zwei dicke, gepresste oder geriebene Zehen hinzu. Nun noch einige Stunden, am besten über Nacht abkühlen und ziehen lassen; das verbessert den Geschmack nochmal deutlich.

Hält sich im Kühlschrank in einem luftdichten Behälter gut eine Woche.

  1. Wer versucht generell Fett einzusparen ist hier an der falschen Stelle. (Nein du kannst ruhig weniger nehmen, aber mehr ist besser just saying) ↩︎

  2. Ich meine nicht Cherry-Tomaten, wobei man die auch nehmen KANN, dabei ist die Frage nur ob man die dafür opfern möchte, statt sie für Tomate-Mozzarella-Spießchen zu nutzen? Zwei Päckchen bräuchte man sicherlich, eher drei. Naja und Strauchtomaten funktionieren natürlich auch, schmecken aber meistens weniger tomatig ↩︎

  3. Ich bevorzuge stückige Tomaten aus der Dose. Müssen nicht zwangsläufig stückig sein, können auch ganze Schältomaten sein, dann macht man sie eben mit dem Kochlöffel etwas kleiner ↩︎

  4. Ich weiß nicht wie es mit zuckerfreien Süßungsmitteln ist, hab ich noch nie ausprobiert. Ich nutze entweder Rohrohrzucker oder Ahornsirup ↩︎

  5. Zucchini funktioniert auch wunderbar. In etwa 1,5 cm dicke Scheiben geschnitten an der gleichen Stelle hinzufügen wie die Bohnen, aber danach noch etwas köcheln lassen - bis die Zucchini gerade so die Farbe von leuchtend grün nach oliv gewechselt haben, aber noch bissfest sind. Dann in der abkühlenden Sauce ziehen lassen, so werden sie am Ende gut durch sein ohne zu zerfallen. Ich finde das meiste andere Gemüse unpassend. Falls du was mal anderes ausprobierst, sag mir in einem Kommentar gern Bescheid wie es war! ↩︎

  6. etwa 3 Liter, lieber keinen kleineren, es sei denn du machst viel weniger, was ich nicht empfehle. Muss aber auch keine 10 Liter Fassungsvermögen haben, es sei denn natürlich du machst die dreifache Menge, was ich empfehlen kann ↩︎

  7. Man kann Knoblauch übrigens wunderbar ungeschält pressen. Den Strunk sollte man abschneiden, aber ansonsten einfach mit Schale in die Presse und los. So lässt sich die Presse meist auch viel einfacher von Knoblauchresten befreien, da diese größtenteils an der Schale kleben bleiben. Nur bitte keine riesengroßen Zehen auf einmal verarbeiten, so habe ich schon mehrere Pressen geschrottet. Aber naja, die meisten echten Köche der Welt zeigen mir gerade nen Stinkefinger, weil man “Knoblauch niemals presst”. Verstehe. Wenn man eine Microplane besitzt, nutzt man natürlich diese, mit ordnungsgemäß geschältem Knoblauch ↩︎

  8. Diesen Teil kann man nach und nach erledigen; es muss nicht alles von Anfang an im Topf sein. Mir ist am wichtigsten dass die Zwiebel, die Butter, und ein paar Tomaten bereits im Topf sind wenn die Platte eingeschaltet wird, da die drei, wenn sie zusammen erhitzt werden, die hier alles entscheidende Alchemie betreiben ↩︎

  9. das kann durchaus 15-30 Minuten dauern ↩︎

  10. Mindestens alle 15 Minuten, je nachdem wie stark es köchelt. Falls eine Sauce mal anbrennt weil man zu lange vom schweren Spider-Solitaire-Modus gefesselt war, AUF KEINEN FALL versuchen den Boden abzukratzen, sondern alles, was fließt, in einen sauberen Topf umfüllen. Das hat den Zweck, den angebrannten Geschmack im angebrannten Topf zu lassen und funktioniert auch sehr gut. Die Sauce kann man nun in diesem neuen Topf weiter köcheln (von nun an idealerweise besser aufpassen; vielleicht Timer stellen oder so). Den angebrannte Topf kannst du natürlich wegschmeißen. Nein Quatsch, was gut funktioniert ist 2-3 EL Natron auf das Eingebrannte zu streuen - gerne auch noch einen generösen Spritzer Zitronensäure - und dann mit etwas Wasser zurück auf den Herd. Die deliziöse Mischung aufkochen, die Platte ausschalten und den Topf einige Minuten bis Stunden stehenlassen, und dann erst versuchen das Eingebrannte abzuwaschen. Sollte jetzt ziemlich leicht gehen ↩︎

Zuletzt bearbeitet am 16. September 2026.Drucken

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